Liebe Seifenliebhaber*innen

Erst gerade noch habe ich mich über die warmen Spätsommertage gefreut und nun bin ich diese Woche doch tatsächlich bereits durch den ersten kleinen Schneesturm in die Stadt runter gefahren. Jedes Jahr bin ich auf’s Neue überrascht, wie schnell ich von Sandalen auf Winterschuhe umsteigen muss und die Zeit der Stoffschuhe irgendwie verpasst zu haben scheine.

In den letzten Wochen ist mir in Gesprächen mit verschiedenen Leuten immer wieder diese eine Frage gestellt worden: «Aha, du machst Seife? Aber kannst du denn davon leben?«. Meistens habe ich mit einer Gegenfrage darauf geantwortet: «Was meinst du mit ‹davon leben können›? Ob ich meine Rechnungen davon bezahlen kann?». Dabei war ich jedesmal ein klein wenig überrascht darüber, wie selbstverständlich mein Gegenüber mich auf meine finanzielle Situation ansprach. Vielleicht auch deshalb, weil die Frage, ob ich davon leben könne, irgendwie impliziert, dass der oder die Fragende nicht damit rechnet, dass jemand von Seifemachen leben könne. Oft hab ich mir dann vorgestellt, wie es wohl Menschen geht, die einen Laden eröffnen oder eine Consultingfirma gründen. Wird ihnen diese Frage auch jedesmal gestellt, wenn sie davon berichten, sich selbständig gemacht zu haben? Ich wurde nachdenklich und merkte, dass mich dieses Zweifeln der anderen mein eigenes Tun in Frage stellen liess; war es ein Fehler, so zu entscheiden? Hätte ich ein «sichereres» Lebenskonzept wählen sollen? Habe ich den falschen Weg gewählt?

Passend zur Winterzeit hat sich meine Sicht also nach innen gekehrt und ich musste mich schliesslich mit ganz grundsätzlichen Fragen beschäftigen: Was bedeutet Leben und wie macht man es? Was heisst «leben können» und was braucht man wirklich dazu?

Sollte «Kannst du davon leben?» tatsächlich die erste Frage sein, die man stellt, wenn jemand davon berichtet, ihr Handwerk zum Beruf gemacht zu haben? Oder könnten es auch einfach ähnliche Fragen sein, die gestellt werden, wenn jemand eine neue Ausbildung beginnt oder eine Reise antritt: «Gefällt es dir? Macht es Spass? Bist du glücklich?«. In so einem Fall wüsste ich nämlich sofort, was ich antworten würde: «Ja. Und das Beste daran ist, ich kann wieder schlafen.»

In diesem Sinne bedanke ich mich ganz herzlich bei euch allen für euer Interesse an meiner Arbeit, die bisherige Unterstützung und den guten Zuspruch. Ihr alle tragt dazu bei, dass ich von und durch ALÁLA leben kann und zu mehr Freude und Ruhe gefunden habe. Von Herzen wünsche ich euch allen eine besinnliche Adventszeit mit allem, was ihr braucht, um «leben» zu können.

Alles Liebe
Alexandra   //   A L Á L A

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